KfWGebude1968

Start bei der KfW und Projekt Sierra Leone

Statt wieder nach Münster zurückzukehren, die Stadt kam mir etwas zu spießig vor, ging ich nach meiner Zeit bei der Bundeswehr gleich nach Frankfurt am Main. 

Im September des Jahres 1968 wurde ich bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) in Frankfurt am Main als Analyst für langfristige Kreditvergaben eingestellt. Generaldirektor der Bank war Dr. Martini. Er gab mir seinen alten Schreibtisch und offenbarte mir bei dieser Gelegenheit, daß er wie ich auch aus Schlesien stamme. Ich sollte gewissermaßen in seine Fußstapfen treten.

Für mich war das Engagement bei der KfW ein glücklicher Treffer. Ich  bearbeitete die Kreditvergabe an die Eisen- und Stahlindustrie in Deutschland und erhielt sogar das Auslandsprojekt in Sierra Leone: ein Straßenbauprojekt von 24 Mio. DM, das den Ausbau einer Straße von etwa 400 km zwischen den Städten Sefadu und Makensi umfasste.

Während dieser Tätigkeit unternahm ich zwei Reisen nach Sierra Leone, die ich vollends genoß. Die tropische Hitze machte mir wenig zu schaffen. Wein und Speisen mundeten mir gut und ich hatte Gelegenheit am herrlichen Strande dieses Landes zu baden.

  • In dieser Zeit brachte  Mohamed Ali bei der Boxweltmeisterschaft im Schwergewicht den Schwergewichtler Joe Frazier auf die Bretter.

Ich badete als einziger Tourist am km-langen Sandstrand von Sierra Leone. Ausgerüstet mit einer Basisausrüstung für den Tauchsport und entdeckte in diesen tropischen Gewässern überraschend große Fische in den herrlichsten Farben. 

baignade1969Zur Krönung unternahm unsere Delegation einen Spazierflug in einem kleinen Propellerflugzeug. Es ging am Strand entlang und wir hatten einen wunderbaren Ausblick auf das Land. Es ist nicht viel größer als Bayern.

Die Zeit in Frankfurt/Main war voller Tatendrang. Ich erlebte Wimbledon und übte mich nach meiner Rückkehr eifrig mit Olaf Lüders im Tennis.

Darüber hinaus trainierte ich mich im Tauchsport und erhielt sogar meine Auszeichnung bei der  Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG)

Ich reiste soviel ich konnte, verbesserte meine Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch und nahm darüber hinaus noch Spanisch hinzu. Ich sah darin die beste img681Möglichkeit, meinen Aktionsradius auszuweitern.

Um die seinerzeit aufkommenden  während der Mai-Unruhen in 1968 scherte ich mich wenig. Ich lebte in der kapitalistischen Geborgenheit der KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und finanzierte fleißig die Industrie in Deutschland sowie die Infrastruktur in Sierra Leone. 

Offensichtlich gefiel  die soziale Entwicklung Deutschlands nicht mehr. Gegen Opportunismus und Karrierismus formulierte die Jugend radikale gesellschaftspolitische Zukunftsentwürfe. Ich beobachtete von meinem Bürofenster aus gelassen die Schlägereien zwischen Studenten und Polizei.Durch die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorg war eine Revolte ausgebrochen, die sich mit aller Gewalt gegen das bestehend Establishment richtete. Rudi Dutschke forderte sogar, dass ein der Verlag Axel Springer enteignet werden müsse. Man widersetzte sich also den Mainstreams, die zur Propagenda genutzt wurden statt der neutralen Berichtserstattung zu dienen.

 SierraLeoneVIPPlinge

Die soziale Marktwirtschaft des ehemaligen Wirtschaftministers und späteren Kanzlers Ludwig Erhards, die Gleichheit für alle gefordert hatte, war einem wirtschaftlichen Imperium gewichen, in dem sich das Establishment und ein Obrigkeitsstaat die führenden Rollen zugeteilt hatten. 1968 standen wir vor einer Zeitwende.

Die Unszufriedenheit war aber weltweit. In Amerika kämpfte man um die Beseitigung der Rassentrennung. Ferner entstand anläßlich des Vietnamkrieges eine Friedensbewegung.

180px Woodstock redmond crowd

 

Das Woodstock-Festival ein Mammutereignis in der Rockmusik. Es wurde zum Inbegriff der Love-and-Peace-Bewegung und befriedigte  voll meiner Begeisterung für Rockmusik.  Jimmy Hendriks vertonte die US-Nationalhymne neu zur jaulenden Kriegserklärung an den Vietnam-Krieg. 

  • Ungeachtet dessen wurde zu der Zeit ein Traum der Menschheit war. Es vollzog sich die erste Landung auf dem Mond in 1969, die ich mit vollem Interesse am Bildschirm verfolgte. 

Ich aber hatte den Entschluß gefaßt, Deutschland zu verlassen und meinen Weg ins Auslang fortzusetzen.