Groupe Maison Familiale à Cambrai/France

 Equipe

 

leCadreSuperieur1971 verließ ich die Union de Banques Suisses in Genf und ging nach Frankreich. Ich war schon früh in der Nacht aufgebrochen, denn die Schweiz endlich zu verlassen und der neute Start in Frankreich machten mich ganz aufgeregt. Die Fahrt dauerte länger als ich dachte. Ich kam aber rechtzeitig zu meinem Termin in Cambrai, einer kleinen Stadt im Nordern Frankreichs an.

Die Franzosen suchten einen Experten in der Finanzierung ihres Objektes in Deutschland. Jahrelang hatten sie versucht in Saarbrücken Fuß zu fassen. Fast ihr ganzes Kapital war durch Spesen aufgezehrt worden und immer noch stand keine Realisierung ihres Projektes in Saarlouis in Aussicht. Deutschland war für sie wie ein  Dschungel. Ich kam wie gerufen.

Die "Groupe Maison Familiale" (Gmf) in Cambrai/Nord, Frankreich, engagierte mich als Direktionsassistent und ließ mich nach Gutdünken schalten. Es war meine Aufgabe, die Gesellschaft in Deutschland zu etablieren, was mir letztlich auch mit viel Erfolg gelang.

Das Unternehmen war von Robert Leroy etwa sieben Jahr vor meiner Ankunft gegründet worden und praktizierte erfolgreich seine Formel für RobertLeroyden Bau von schlüsselfertigen Einfamilienhäuser. Sie schafften es bis zu 1000 Häuser im Jahr und gedachten über die Grenzen Frankreichs hinaus nach Deutschland zu expandieren.

CamericaEs war meine erste Aktivität im Bau von Einfamilienhäusern und die Beschaffung deren Finanzierung wie auch die der Zwischenfinanzierung für die Bauausführung.

Ich schaltete mich mit der Landesbank Saarbrücken kurz und kontaktierte ebenfalls die ortsansässigen Sparkassen und Banken. Darauf segnete ich alle Käufer mit den jeweils gewünschten Endfinanzierungen ein.

 

Die Gmf bekam ebenfalls ihre Zwischenfinanzierung von der Landesbank. Da aber die Finanzdecke nicht ausreichte, teilte ich das Projekt in zwei Bauabschnitte - es waren immerhin 171 Häuser, die gebaut werden sollten - und löste somit das Problem. Durch den Verkauf des einen Abschnitts sollte der andere mitfinanziert werden.

Da sonst niemand da war, beauftragte man mich mit dem Verkauf an Ort und Stelle, d. h in Sarlouis. Wir hatten kaum ein Musterhaus gebaut, in dem ich mein Büro eingerichtet hatte, als ich auch schon innerhalb von 2 Monaten die ersten 82 Häuser verkauft hatte. 

img541Mir gefiel das Leben in Cambrai. Im Prinzip war nichts los. Allerdings machte ich mir schnell Freunde. Ich lernte Tatiana kennen. Ihre Mutter kam aus Berlin. Sie hatte 12 Kinder. Das Dreizehnte war unterwegs. Ich führte Tatiana aus und wir besuchten mit Freunden sämtliche Diskoteken im Umfeld. Es war leicht sich Freunde zu machen. Die Franzosen sind sehr konvivial.

Bei meiner Hinreise nach Cambrai hatte ich meinen Bruder in Rosenheim besucht. Ich kam gerade rechtzeitig zu seiner Hochzeit und stellte den Trauzeugen. Bei dieseer Gelegenheit tausche ich meinen Volkswagen gegen einen Citrên - Berlin/Pallas ein. Mit diesem schönen Gefährt raste ich die Strecke zwischen Cambrai und Sarlouis ab; denn dort war unser Bauprojekt.

bellestrophes

 

Die Stimmung war auf Erfolg gesetzt. Die Gmf atmete erleichtert auf und der Notar überhäufte mich heimlich mit Champagner, allerdings erst nachdem ich ihm einen deutlichen Wink dazu gegeben hatte.

 

 

 

 

 

chezTatiana

 

Obwohl ich in Frankreich wohnte, verbrachte ich die meiste Zeit in Deutschland. Die meisten Abende verbrachte ich mit meinem Freund Joachim Rautenberg, Rechtsanwalt seines Zeichens. Er war sehr gesellig und wir vergnügten uns mächtig. 

 

Im Schwimmbad von Saarbrücken traf ich auf Eleonore. Wir gingen miteinander aus. Als ich ihr aber Joachim vorstellte, blieb sie bei ihm und heiratete ihn sogar später. Eleonore verdiente ihr Geld auf dem Kirmes. Mit der Heirat eines Anwaltes wollte sie unbedingt ihren sozialen Status aufbessern.

anne1972

 

Meine Mission in Frankreich war erfüllt. Nach diesem Erfolg gedachte ich wieder nach Deutschland zurückzukehren.

Welche Enttäuschung mußte ich jedoch erleben: Ich war ein Fremder im eigenen Land geworden. Überdies hatten sich die Zeiten geändert und ich musste bittere Erfahrungen einstecken. Aber an Enttäuschungen kann man wachsen.