Maples Inn oder Auberge des Erables

Maples1979

Der Erwerb von Maples Inn war ein Ausweg. Durch die Hochzinsphase war der kanadische Immobilienmarkt ins Stocken geraten. Stahmer sehnte sich nach etwas mehr Spaß im Geschäft und hatte die Idee, dass wir eine Transaktion auf einen Gastronomiebetrieb machen sollten. Wir fanden das "Maples Inn" ein Hotel mit 11 Zimmern, einem großen Tanzsall und einem kleinen Pub. Mr. Constance war Eigentümer dieses Anwesen. Er hatte den Betrieb immer mit Erfolg geführt, war aber seit der Weltausstellung in Montreal auf dem absteigenden Ast. In seinen Betrieb hatte sich der Rauschgifthandel eingeschlichen. Zu seinen Kunden gehörten Rockergruppen wie "Satans Choice" und "Montreal Rockers". Als wir ihn trafen, gab es mehr Personal als Kunden.

Er verstand die Welt nicht mehr und entschied sich seinen Club für 300 000 € zu verkaufen. Über den Notar Brabander trafen wir Ingo Höppner, einen Wirtschaftsprüfer aus Düsseldorf. Stahmer überredete ihn in den Club zu investieren. Er werde sich sogar mit 50 % beteiligen. Das tat er denn auch, indem er ihm den Club für 400 000 € anbot. Ingo war begeistert zumal wir ihm auch die Rendite garantierten. Die Immobilie wurde in die Gesellschaft Roxboro Ltd., deren Eigentümer Höppner und Stahmer jeweils hälftig besaßen, eingebracht. Stahmer war somit kostenlos Miteigentümer des Gebäudes.

Das Firmenzeichen war aber Maples Inn. Damit begründeten wir die Verwaltungsgesellschaft, die Stahmer und ich uns teilten. Wir hatten ohnehin schon durch unsere Verkäufe etliche Hausverwaltung aufgehäuft und uns damit ein regelmäßiges Einkommen geschaffen. Ich übernahm das Maples Inn, während sich Stahmer sich um den Rest der Häuser kümmerte.

MaplesService

 

Ich war damit im Show-Geschäft. und kümmerte mich in erster Linie um die Shows. Ich begann mit einem Jahresumsatz von ca. 134 000 kan$ und brachte ihn innerhalb von eineinhalb Jahren auf über 600 000 $. Wir hatten Life-Entertainment und ich stellte eigens Arthur Dalphen ein, um die Bands zu heuern. Arthur war ein gescheiteter Börsenhändler. Ihm gefiel aber Rockn´Roll und er holte die Bands aus allen Winkeln Kanadas heran. Die Scheune füllte sich auf über 400 Personen an Abenden wie freitags und samstags.

 

 

DianeTell

 

 

 

Dienstag war bei uns "tote Hose". Ich vergab daher diesen Abend an eine junge kanadische Sängerin: Diane Tell. Sie verkündete mir, dass sie eines Tages berühmt sein werde. Nun, diese Ambition hatte sich erfüllt.. In späteren Jahren wurde sie bekannt in Québec und sogar auch in Frankreich. Sie siedelte sich eines Tages im Baskenland an, das ihr besonders gefiel, und verehelichte sich dort. Über Facebook fanden wir uns in späteren Jahren wieder.

 

 

 

Diane Tell

 

 

Jocelyne1979Immerhin, der Rubel rollte und Jocelyne und ich zählten das Bargeld. Es wurden sogarMaplesGeldzhlen bei uns Hochzeiten gefeiert, die Presse schrieb über uns und ich erhielt durch Loraine Einladungen beim Radio. Aus dem alten Schuppen hatten wir einen begehrten Treffpunkt geschaffen. Ganz West-Island von Montreal war bei uns zu Gast.

So hätte es noch lange bleiben können, wenn es nicht die Gier gäbe. Stahmer hatte mir mal anvertraut, er sein nicht gierig. Da gingen bei mir sofort die Alarmglocken an. Bei derartigen Behauptungen kann man nur davon ausgehen, dass das Gegenteil verschleiert werden soll. So war es denn auch. Immerhin hatte ich meine Fühler schon anderweitig ausgestreckt und mich für den Verkauf von Milchfarmen interessiert. Als Makler sollte ich lieber Immobilien verkaufen als Alkohol ausschenken. So spaßig ist es gar nicht. Alle amüsieren sich, nur der Betreiber nicht. Für ihn ist es harte Arbeit.

MaplesSaal

 im großen Saal mit Flore

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