SaschaLiebling

Sascha Plinge

25. 12. 1992  bis  11. 10. 1993

 

Dez1992Unser Glück hätte vollkommen sein können. Wir hatten alles, um ein glücklichesJuli 1993 Familienleben zu führen: Haus, Existenz und Gesundheit. Aber nein, Nathalie war von Heimweh geplagt und wollte absolut wieder zurück zu ihrer Familie. Nichts konnte ihr gefallen. In Deutschland war alles nicht gut genug. Garches, der Vorort von Paris, war ihr Zuhause.

Nach fünf Jahren Ehe gab ich endlich nach. Es war der größte Fehler, den ich machen konnte und für den ich teuer bezahlen sollte. Ich verkaufte mein Haus und zog nach Paris auf die 6, rue Michel-Ange im 16. Arrondissement. Gleichzeitig erwarb ich ein Restaurant in derAugust 1993 66 rue Mouffetard, Paris 5e. Nathalie wurde nicht müde sich zu wiederholen, dass wir mit einem Restaurant immer essen würden. Nun, es war ein alter Glaubenssatz, den die Zeit mittlerweile unterhöhlt hatte.

Nathalie wollte mächtig im Restaurant tätig werden. Schließlich blieb der Laden aber an mir hängen. Am 25. Dezember 1992 gebar sie Sascha, einen kräftigen Burschen von annähernd 5 kg.

Sascha war kerngesund und entwickelte sich prächtig. Die Familie in Garches erfreute sich unser beiden Sprößlinge und war ihnen sehr zugetan. Claude, die jüngste Schwester Nathalies, mochte ihn sehr und konnte Stunden mit ihm verbringen. Offensichtlich genoß Sascha vollends die Zuneigung seiner hübschen Tante.

Während ich im Restaurant lange Stunden arbeitete versorgte Nathalie Sascha zuhause. Juni 1993 Hin und wieder arbeitete sie im Restaurant. Wir hatten sogar ein Au Pair Mädchen eingestellt, eine Italienerin, die sich sehr um Sascha kümmerte. Sie wurde anschließend durch einen Brasilianer abgelöst. Nathalie schickte in eines Tages auf den Dachboden, um eine Leiter zu holen. Der Junge ließ Sascha auf dem Boden sitzen und entfernte sich. Nathalie ruhte Juli1 1993sich im Nebenraum aus. Die Tätigkeit im Restaurant war sehr ermüdend. Als sie nach Sascha sah, fand sie ihn aus der Nase blutend im Wohnzimmer. Sascha hatte eine Schraube gefunden, sie in den Mund genommen und verschluckt. Die Schraube blieb ihm aber in der Kehle stecken und erstickte ihn. Als Natahlie hinzukam war schon alles zu spät.

Als ich nachmittags zur Pause nachhause kam, fand ich einen Menschenauflauf vor der unserer Wohnung benachbarten Apotheke. Ich fand meinen kleinen Sohn tot auf dem Tresen der Apotheke liegen. Nathalie saß am TischJulI daneben und musste von den Leuten beruhigt werden.

Ich nahm meinen Sohn in den Arm. Mein Leben empfand ich plötzlich wertlos. Es war irgendwie zerstört. Es erfasste mich tiefste Traurigkeit. Sie sollte mich nicht mehr loslassen und befiel mich immer wieder bis zum Tränenausbruch, jedesmal wenn ich an Sascha dachte. Sascha wurde nur neun Monate alt. Nie würde ich mich mit seinem Verlust abfinden.

Sascha Plinge

 

 

 

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